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Am Ende eines anstrengenden Jahres ist der Wunsch nach Erleichterungen groß. Dessen ist sich auch die Bundesregierung bewusst. Und so überrascht es nicht, wenn Kanzleramtschef Frei zu einem großen Wurf ansetzt: Die Entlastung soll bei den Krankenkassen beginnen. Wenn die Einzahler weniger einzahlen sollen, macht es daher Sinn, wenn die Krankenkassen in Zukunft weniger ausgeben. Das spart nicht nur einen Haufen Geld, sondern einen noch größeren Haufen Schreibkram. In anderen Ländern würde das bestens funktionieren, gibt Thorsten Frei zu. Unterm Strich sollen nicht nur diverse Leistungen wegfallen, sondern auch etliche Krankheiten. Bei näherer Betrachtung fällt auf: Es gibt wirklich einige Krankheiten, die kein Mensch braucht. Abgesehen davon sollen laut Kanzleramt sowieso nur noch Kranke zum Arzt gehen und Gesunde sich notfalls ein anderes Hobby suchen. Viele würden nämlich die Krankenkassenbeiträge mit einem Mitgliedsbeitrag verwechseln. Wer so tickt, geht oft zum Arzt, weil er eben was rausholen für seine entrichteten Beiträge. Das treibt viele Ärzte in den Wahnsinn, weil die natürlich grandios scheitern bei dem Versuch, aus nicht vorhandenen Symptomen ein klares Krankheitsbild zu erkennen.
Doch anfangs erwähnte Erleichterungen wird es auch im Bildungssystem geben ab dem Schuljahr 2026/27. So hat es zumindest Niedersachsen bei der Grundschule vor im Fach Mathematik. Sowohl das schriftliche Dividieren als auch das Rechnen mit Kommazahlen sollen entfallen. Die Begründung des Kultusministeriums ist nachvollziehbar: Derlei Herumrechnerei sei schlicht zu komplex. Und wer will schon ernsthaft zukünftige Mathe-Genies unnötig nerven mit Grundkenntnissen? Komplexität führt selten zu brauchbaren Ergebnissen. Nicht umsonst gilt Donald Trump als erfolgreichster Politiker der Welt, weil er das Simple zur obersten Maxime erhoben hat. Und auch für Deutschland gilt: Die Grundschüler von heute sind die Facharbeiter, Manager und Politiker von morgen. Je früher sie Sicherheitsabstand gewinnen zu mathematischen Mindestanforderungen, umso freier sind sie im Kopf für die wesentlichen Dinge des Lebens. Das Hantieren mit Geldbeträgen will Niedersachsen aber den Kindern schon beibringen. Auch wenn es dank dem Mathe-Embargo mit dem Geldverdienen eher nix werden wird. Aber Niedersachsen wird sich denken: Bürgergeld ist ja auch Geld.