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Hitzewelle – die Politik reagiert

8Kolumne im Donaukurier, in der Mittelbayerischen Zeitung und der Passauer Neuen Presse vom 09.08.2025

Der neulich zu Ende gegangene Juli war laut Meteorologen der drittwärmste Juli, seit es im Sommer wärmer ist als im Winter. Und das ist ja dann doch schon eine ganz schön lange Zeit. Da bislang weder DFB noch FDP Einspruch dagegen eingelegt haben, scheinen die Meteorologen Recht zu haben mit ihrem Befund. Die EU empfiehlt seit Jahren das E-Auto als Mittel gegen die Erderwärmung. Der Plan aus Brüssel ist an sich schlüssig: Je mehr E-Autos im Sommer bei offenem Fenster die Klimaanlage voll aufdrehen, umso besser für das Klima. Die Zulassungszahlen lassen aber zu wünschen übrig. Bislang ist auch nichts von Vertriebskonzepten bekannt, wonach die potenzielle Kundschaft beim Kauf eines E-Mobils einen ordentlich motorisierten Verbrenner geschenkt bekommt. Dabei würde gerade so eine Maßnahme mehrere Fliegen und weitere Insekten mit einer Klappe erschlagen: Die Verbrenner lassen sich gewinnbringend verkaufen und würden nebenbei noch dafür sorgen, dass die Stromer auch weggehen wie lauwarme Semmeln. Aber das alles bleibt bis auf Weiteres nur blanke Theorie. Also muss die Politik für nachvollziehbare und pragmatische Lösungen sorgen.
Die bayerischen Staatsregierungen beispielsweise haben es sich seit Menschengedenken zur Aufgabe gemacht, Bayern mit weitsichtigen Projekten nach vorne zu bringen. Das ging schon los, als seinerzeit die Römer die Heimreise angetreten hatten. Seen wurden bewusst in der Nähe von schönen Bergen oder zumindest in Sichtweite von hochwertigen Gastronomiebetrieben ausgehoben. Ein König Ludwig hätte all die Prachtschlösser ohne Tourismusberatung direkt aus der Staatskanzlei nie und nimmer realisieren können. Denn nur dort gab es auch das nötige Knowhow und die präzisen Prognosen, wann zum Beispiel wie viele Japaner und Chinesen sich ins gelobte Bayernland aufmachen würden. Ähnlich konstruktiv konnte Bayern daher auch bei dem schon im Frühjahr angekündigten brutal heißen und trockenen Sommer kontern: Mit einem brutal kühlen und total verregneten Juli. Das Volk reagiert nicht nur dankbar für solche Sofortmaßnahmen. Es fährt und fliegt dann sogar umso lieber in die Sommerferien. Die Bundesregierung sollte sich daran ein Beispiel nehmen: Nicht ewig und öffentlich rumstreiten, sondern einfach im stillen Kämmerlein Lösungen basteln. Und wenn es zu fad wird im Sommerloch: Einfach ein Bratwurst-Foto posten.