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Grönland ist sicher – dank DFB

Wer sich Sorgen gemacht hat wegen Grönland, kann jetzt endgültig in den Entspannungsmodus übergehen. Deutschland hat nämlich 13 Soldaten nach dorthin geschickt, damit die Weltmacht USA gleich mal weiß, wo der Hammer hängt. Wenn jetzt die anderen NATO-Staaten gemäß ihrer Armeegröße Militär nach Grönland entsenden, könnte am Ende tatsächlich eine gewaltige Schutzmacht von ungefähr 57 Soldaten die Botschaft „Wir kümmern uns“ ins Weiße Haus senden. Die Rest-NATO hätte die Rolle einer Wach-und-Schließ-Gesellschaft, die Trumps Objekt der Begierde sichert. Es wäre auch doof, wenn Grönland irgendwas zustößt, was zu einer Wertminderung führen könnte. Man darf ja nicht vergessen: Trump ist bereit, pro Grönländer/in jeweils 100000 Dollar auf den Tisch zu legen, um eine notarielle Beurkundung zu kriegen zwecks Grundstücksübertragung. Die militärische Option will der US-Präsident nur ziehen, falls sich die Transaktion vertragsrechtlich kompliziert gestaltet und/oder der Notar grad keine Zeit findet.
Nur gestalten sich die Rahmenbedingungen für eine Besetzung Grönlands aufgrund einer besonders beeindruckenden Drohkulisse besonders schwierig: Der DFB hat angekündigt, im Falle einer US-Invasion die Fußball-WM im Sommer zu boykottieren. Ein Trump mag vielleicht die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr auf Höhe einer Waldorf-Schulklasse sehen. Aber vor dem DFB sollte der US-Präsident gewaltigen Respekt haben trotz der akuten Sturmschwäche der Nationalmannschaft. Vor allem würde ohne DFB-Team der Unterhaltungswert einer WM drastisch sinken. Das deutsche Abschneiden bei den letzten beiden Weltturnieren mag dies belegen: 2018 und 2022 faszinierte die DFB-Truppe die Fußballwelt nicht nur mit einem krachenden Scheitern in der Vorrunde. Die komödiantisch bis hilflos anmutenden Auftritte erweckten sogar den Eindruck, der DFB wolle die Turniere sabotieren. Bei der FIFA hat sich längst die Erkenntnis durchgesetzt: Europäer wie Spanier und Franzosen sorgen für die sportliche Note. Die Deutschen bilden dafür den humoristischen Rahmen der WM. Und da Trump nichts so sehr liebt wie Entertainment, sind die Militärexperten der FIFA jetzt schon überzeugt: Grönland ist sicher – zumindest bis zum WM-Finale. Nicht umsonst hat der oberste Hüter der FIFA-Moral namens Infantino erst neulich Donald Trump den FIFA-Friedenspokal überreicht. Damit ist garantiert: Vor und während einer WM wird es keine Invasion geben. Wann hingegen der DFB offizielles NATO-Mitglied wird, ist noch nicht final geklärt.