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Bürokratieabbau – oder: Einfach mal einen fahren lassen…
Es ist wahrscheinlich die sensationellste Meldung des Sommers: Bei Führerscheinprüfungen wird geschummelt! Aber bevor sich jetzt niemand mehr auf die Straße traut vor lauter Angst vor Kamikaze-Fahrern: Das Schummeln soll eigentlich nur bei der theoretischen Prüfung vorkommen. Es ist kein Fall bekannt, dass beispielsweise jemand mitsamt Prüfer in der 30er Zone mit 85 km/h in den Gegenverkehr gerauscht ist und trotzdem den Lappen bekommen hat. Nicht überraschen darf auch die Nachricht, Gaunerbanden hätten sich auf den Handel mit gefälschten Führerscheinen spezialisiert. Der Grund liegt auf der Hand: Eine gute Fälschung kostet viel weniger als ein Original, obwohl im Plagiat schon auch echte Handwerkskunst drinsteckt. Im Zuge der politischen Bemühungen, die Entbürokratisierung voranzutreiben, könnten diese Gaunereien vielleicht zu einem Umdenken bei den Behörden führen.
Wieso nicht einfach bewusst das Pferd (in dem Fall passenderweise das Auto oder Motorrad) von hinten aufzäumen? Wer sich für verkehrstüchtig hält, sollte sofort zur Prüfung zugelassen werden. Bedingung: Man muss über ein Fahrzeug verfügen, dass teilautonom fährt. So ein Gefährt erkennt schon mal alle Verkehrszeichen inklusive der roten Ampeln. Und auf der Autobahn ist sogar komplett autonomes Fahren bis Tempo 130 möglich. Wer da noch einen Unfall fabriziert, muss schon grob fahrlässig statt lässig fahrend unterwegs sein – ob mit oder ohne Führerschein. Durch diese Liberalisierung würde sich Deutschland auch ein bisschen an die Standards in anderen Ländern annähern. Es soll ja ganze Kontinente geben, wo Leuten mit ehrlich erworbener Fahrerlaubnis erst recht nicht über den Fahrweg getraut wird. Wieso? Weil dort kein Beamter einen Führerschein aushändigen würde, wenn im Gegenzug nicht ein gut gefülltes Kuvert mit der entsprechenden Landeswährung über den Tisch wandert. Dagegen sind kriminelle Organisationen direkt ehrenwert, weil die ja im Gegensatz zum Staatsdiener nicht noch vom Steuerzahler offiziell bezahlt werden. Die in Brüssel sitzende EU-Kommission wäre daher gut beraten, den Zugang zum Fahren zu erleichtern. Brüssel als Kommune wird längst nicht mehr vom Stadtrat, sondern erfolgreich von ethnisch bunten Kartellen regiert. Was einmal mehr beweist: Verzicht auf Bürokratie ist machbar, wenn er von halbautomatischen Waffen flankiert wird.