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Bärbel Bas – die heimliche JU-Vorsitzende
Die Junge Union fühlt sich von Kanzler Merz nicht für voll genommen. Aber das macht die JU noch lange nicht einzigartig. Denn es gehört zum guten Ton bei Parteien, die Parteijugend für wohlstandsverwahrloste Gesellen und Gesellinnen zu halten. Dass die Jungpolitiker deswegen noch lauter aufdrehen, ist daher verständlich. Ebenso wie auch die Folge, dass die Altvorderen die Jungspunde erst recht nicht mehr ernst nehmen wollen. Es ist ein Jahrtausende alter Reflex, der Jugend organisierte Verantwortungslosigkeit zu unterstellen. Aber bei näherer Betrachtung sind die Jungen weitsichtiger als gedacht. Seit vielen Jahren beispielsweise drängt es immer mehr (Hoch-) Schulabgänger in den öffentlichen Dienst. Die Zahl derer, die sich selbständig machen und/oder Unternehmen gründen wollen, nimmt dagegen ab. Daraus lässt sich sehr schön ablesen, wie genau junge Menschen die Rahmenbedingungen in Deutschland abchecken. Freies Unternehmertum bedeutet in der Realität immer mehr Bürokratiebewältigung statt produktiver Tätigkeit. Für die Bürokratie dagegen braucht es logischerweise immer mehr Personal in den Behörden. Die Jugend ist also nicht aufmüpfig und doof, sondern schlau.
Außerdem hat die Arbeitsministerin Bas letztes Wochenende erst wieder verraten, wer der wahre Gegner ist: Der Arbeitgeber an sich. In der Tat sind Arbeitgeber eine äußerst unangenehme Spezies: Sie fordern permanent eine Gegenleistung für Lohn & Gehalt. Kaum einer bietet eine Drei-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich. Kein einziger gönnt seiner Belegschaft 90 Urlaubstage im Jahr. Dabei müssten Arbeiter und Angestellte mehr Ferien haben als Schüler. Weil sie auch deutlich mehr leisten. Zudem bezahlen Arbeitgeber nur einen Teil der Sozialversicherungsbeiträge. Wenn Frau Bas auf einer Juso-Konferenz zum Kampf gegen die Arbeitgeber aufruft, ist das also nachvollziehbar, aber natürlich kein Aufruf zu Gewalt. Sie will lediglich sagen: Eine Welt ohne Arbeitgeber wäre deutlich gemütlicher. Das würde nämlich nicht unbedingt dem arbeitenden Volk, sondern vor allem der Arbeitsministerin viel mehr Tagesfreizeit bescheren. Tagtäglich sich der Aufgabe zu widmen, Arbeitslose in Lohn und Brot zu bringen, scheint sie mittlerweile gewaltig zu nerven. Und den Kanzler kann sie sowieso nicht ausstehen. Das darf eigentlich nur eine Konsequenz haben: Bas wird JU-Vorsitzende!