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Neuheiten

Rückrunden-Vorschau 2010

Kicker im Dezember 2009

Leverkusen
Eine souveräne Unentschieden-Serie garantiert die Frühlingsmeisterschaft. Mit Kießling als Torschützenkönig und Hyypiä als Verteidigungskönig stellt Bayer auch den Kern des All Star Teams.

Schalke
Ein enges taktisches Korsett und regelmäßig Tritte in den Hintern der Spieler dank Magath verfehlen ihre Wirkung nicht: Blaue Flecken und ein Champions League-Startplatz sind der verdiente Lohn. Sensation:
Kuranyi haut kein einziges Mal vorzeitig ab.

Bayern
Langsam merkt van Gaal: Bayern-Spieler sind auch nur Menschen.
Mit Schweinsteiger als Doppelsechs und Butt als Doppeleins steht die Doppelnull. Mit Ribéry als Doppelsieben und Olic als Doppelsturm steht am Ende logischerweise das Doppeldouble. Fazit: Wenn alle auf den Trainer hören, geht es auch ohne Trainer.

Werder
Mit jedem Sieg verlängert sich der Vertrag vom Trainer automatisch um ein Jahr. Die Rente mit 67 ist für ihn jetzt schon Realität. Das Wohl des Vereins hängt nicht am magischen Dreieck Marin, Hunt und Özil, sondern am magischen Zweieck Allofs/Schaaf. Nicht zu verwechseln mit dem magischen Eineck Rehhagel und dem damaligen Nulleck Magath.

HSV
Die Anzahl der Verletzten übersteigt erstmals die Anzahl der erspielten Punkte. Und dennoch reicht es für einen internationalen Startplatz, weil Bruno Labbadia erstmals kapiert, dass auch die Rückrunde von Belang ist. Die Erkenntnis für Boss Hoffmann: Beim HSV geht es nicht nur ohne Manager, sondern auch ohne Spieler.

Dortmund
Die Anzahl der erspielten Punkte übersteigt erstmals den Centwert der Borussia-Aktie. Der Umkehrschluss daraus: Je näher die Aktie an der Wertlosigkeit, umso näher die Borussia an der Champions League. Aber wie sagte schon Chefidealist Watzke: Tradition ist nicht mit Geld aufzuwiegen. Die Analysten geben ihm recht.

Hoffenheim
Der Sinn und Zweck der TSG bleibt die hohe Fußballkunst. Ganz nach dem Motto "hopp oder hopp". Lediglich Extreme wie Abstieg (Spott von Dumpfbacken, weniger Geld) und Champions League (Strapazen durch Fliegerei, mehr Geld) sind tabu. Das Vorbild ist quasi Frankfurt ohne Skibbe.

Mainz
Daheim nicht verlieren, auswärts nicht gewinnen. Damit werden die Mainzer überall gefeiert. Übungsleiter Tuchel schaut nicht nur wie ein Sozialpädadoge aus, sondern ist überzeugt von der Psychologie der Massen. Insofern bleibt Mainz so eine Art hopploses Hoffenheim.

Wolfsburg
Vorbild Stuttgart: Meister werden und dann erst mal ein kühles Bier, ein neues Auto und in zwei Jahren sieht man weiter. Keiner versteht es wie Veh, einen Verein auf dem Weg nach unten zu begleiten. Sollte Magath mit Schalke Meister werden, hat Veh seinen nächsten Job auch schon sicher. Und weil der Sturm nicht mehr so oft trifft, kassiert die Abwehr wesentlich mehr Tore.

Frankfurt
Skibbe fordert mehr Risiko oder zumindest Weltstars. Chef Bruchhagen schmeißt den Trainer für sein neugewonnenes Mundwerk nicht raus, was in Frankfurt schon als Geste höchster Zuneigung gilt. Passend dazu räumt Maik Franz sämtliche Fairplay-Trophäen ab, weil er alle seine Gegenspieler unabhängig von Hautfarbe und Rasse gleichermaßen mit Beleidigungen weit unter der Gürtellinie und knapp über der Grasnarbe traktiert.

Gladbach
Die Borussen werden das erste Team, das nur noch jedes dritte Tor selber schießen muss, um die Liga zu halten. Ob die Gegner die Eigentore aus Dusseligkeit oder generellem Missverständnis der Regeln heraus erzielen, interessiert keinen. Wichtigstes Indiz für eine stabile Zukunft: Es wurden weniger als 47 Spieler ge- oder verkauft in einem Jahr.

Freiburg
Die Freiburger haben die Zeichen der Zeit erkannt: Wer gute Stimmung von guten Ergebnissen abhängig macht, kann sich keine Niederlagen leisten. Aber den Luxus gönnen sich die Breisgauer gerne. Und weil es daheim gemütlich ist, werden die Punkte auswärts geholt. Freiburg ist wie Sepp Herberger. Nur andersrum. Oder so.

Hannover
50+1 - das ist der Lebenstraum von Präsident Kind. Und wenn jetzt noch irgendwer dem Trainer oder gar den Spielern verrät, dass damit nicht 51 Eigentore gemeint sind, steht einer entspannten Rückrunde nichts im Weg.

Köln
Die Geißböcke beweisen: Der schlechteste Sturm ist keine Schande, wenn die Abwehr zu den besten der Liga gehört. Dabei sollte Podolski (nach vorne als effektiv geplant, nach hinten nicht vorhanden) das Gegenteil bewirken. Qintessenz: Wenn die Kölner zur Rückrunde einen Top-Abwehrmann verpflichten, wird der FC zur Tormaschine der Liga.

Stuttgart
Grandioses Double: Erst das Champions League Finale gegen Bayern oder wahlweise Barcelona/Chelsea/nochmal Barcelona. Dann das Relegationsspiel gegen St. Pauli oder Bielefeld/Bielefeld/nochmal Bielefeld. Das bringt den Eintrag ins Rekordbuch: In Europa unter den Top 3 und in Deutschland unter den Flop 6. In der Nähe von Lehmann werden weder Ballbuben noch Brillenträger lebensgefährlich verletzt.
Wenn sie Abstand halten.

Bochum
Erst macht in Bochum Nokia dicht, dann kommt Opel ins Trudeln - wie soll sich da der VfL auf seine eigentliche Aufgabe konzentrieren? Und Spielernamen wie Pfertzel oder Prokoph deuten eher auf Missinterpretation der Rechtschreibreform als auf solide Fußballkost. Verunsicherung im Umfeld und kein Geld für echte Verstärkungen - da sollte Gnade vor Tabellenstand gehen.

Nürnberg
Das interne Resümee hängt nicht vom Klassenerhalt ab, sondern von der Bilanz gegen den Meister. Und wer in Wolfsburg gewinnt, hat daheim erst recht alle Chancen, die Saison allein mit zwei Spielen zum Triumphzug werden zu lassen. Was die hohen Niederlagen betrifft: Warum soll der Fan bei 0-4 immer nur an Schalke denken?

Hertha
Nach dem der Abgang der Leistungsträger zu Saisonbeginn soll der Verlust der dreizehn schwächsten Spieler (Namen der Redaktion bekannt, dem Präsidium scheinbar nicht) nach der Winterpause den Abstieg unmöglich machen. Wer´s glaubt, wird Preetz des Jahres.