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Neuheiten

Vorher wie Inge Meysel, nachher wie Moshammer

Auszug aus Django Asüls Rede beim Golfturnier von Erich Kühnhackl anläßlich der Gründung der Erich-Kühnhackl-Stiftung zur Förderung des deutschen Eishockeynachwuchses.

Vor einiger Zeit läutete mitten in der Nacht mein Telefon, und eine Stimme verriet: „I bins, der Erich. Du, i moch jiatz a Stiftung. Woaßt Du, wos des is?" Ich antwortete: „Naaa...", woraufhin der Erich meinte: „Segst, i aa ned." Da war auch mir klar: Vom Niveau her bin ich richtig. Was mich an Erich Kühnhackl fasziniert, ist sein Humor. Erich hat es tatsächlich geschafft, sich von einer Fußballzeitschrift zum Eishockeyspieler des Jahrhunderts wählen zu lassen. Das ist wie wenn das Passauer Bistumsblatt Uli Stielicke zum Trainer des Jahres wählt. Es geht hier und heute darum, dem deutschen Eishockey wieder Vorbilder zu bescheren. Wie war es früher? Wir hatten Helmut Steiger, Tony Marshall und Erich Kühnhackl, und die kleinen Eishockeyfans wußten: Was die können, können wir schon lange. Zum absoluten Vorbild wurde Erich durch seinen berühmtesten Touchdown, als er einem russischen Schiedsrichter eine Trinkflasche auf den Rücken donnerte. Dafür wurde er auch gleich von Uschi Glas für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Für die Anti-Fernsehschauer unter uns zur Erklärung: Uschi Glas ist quasi die deutsche Antwort auf Stalingrad. Wie sieht es heute aus? In der NHL spielen mehr Deutsche als in der DEL. Ein Jungtalent wie Xaver Unsinn hat keine Chance mehr und macht aus lauter Frust alle Golfplätze zwischen Tirol und Landshut unsicher. Stattdessen tanzen auf deutschem Eis Inder und 630-Mark-Kanadier. Darum besteht hier dringend Handlungsbedarf. Darum gründet Erich Kühnhackl eine Stiftung. Wir alle sind aufgerufen, diese Einrichtung zu unterstützen. Jedes Golfturnier wartet mit einer Armada an mehr oder weniger bekannten Schauspielern auf. Der Erich wollte eher Menschen dabei haben, die caritativ und medizinisch unterwegs sind. Stellvertretend für alle Ärzte sei Sascha Hehn erwähnt. Anfang der 80er war er noch Schauspieler. Mitte der 80er war er Assistent von Dr. Brinkmann. Mittlerweile hat er eine eigene Klinik im ZDF, was auch das Defizit der AOK erklären dürfte. Ebenfalls anwesend heute Gundis Zambo von tm3. Den Sender kenne ich persönlich nicht, da er in Niederbayern verboten ist. Die Dame hat eine Art Vorher-Nachher-Show, wo man vorher aussieht wie Inge Meysel und nachher wie Moshammer. Wobei ich auch nicht weiß, was jetzt besser ist... Wenn bei einem Golfturnier weder Amnesty International noch der Gehörlosenverband protestiert, ist allen klar: Hansi Hinterseer ist nicht da. Der Hansi beherrscht Tennis, Ski und Golf. Aber warum macht er dann etwas, was er nicht beherrscht? Wir sind tolerante Menschen, und Österreich hat in der Genetik sicherlich keine Vorreiterfunktion. Aber muß man alles durchgehen lassen? Nur weil man eine Frisur wie Lena Valaitis hat, muß man doch nicht gleich singen, oder? Ich persönlich habe heute das erste Mal einen Golfschläger in der Hand gehabt. Als ich nach meiner Übungseinheit auf der Driving Range auf den Boden schaute, war ich doch überrascht, was für Lebensformen 20 cm unter der Grasnarbe eigentlich so existieren...

[Abendzeitung, 18.07.2000]