Genug Geld für Streusalz!
Kolumne im Donaukurier vom 05. Februar 2010
Es wird wohl ein Stauwochenende werden. Schuld hat das Wetter allerdings nicht. Denn dass es im Winter auch mal winterlich werden kann, ist empirisch belegt. Und bis auf die Bundesbahn haben eigentlich alle längst kapiert, dass es im Winter generell schneereicher ist als im Sommer. Zumindest in den hiesigen Breitengraden. Die Ausgeschmierten sind jedoch derzeit die Kommunen.
Denen ging erst das Geld aus und dann das Streusalz. Makaber wie die Streusalzproduzenten nun mal sind, wollen die aber mit der Ware nicht rausrücken, wenn die Bezahlung nicht gewährleistet ist. Daher ist der Straßendienst auf Spenden angewiesen. Aber bitte kein Geld, sondern Naturalien! Schließlich sind die Depots der Streusalzbranche leergefegt. Die Jungs müssen erst mal wieder rein ins Salzkammergut und ein bisschen kratzen, klopfen und schaben. Es muss Salz gespendet werden. Streusalz. Also Salz, das vorher in einem Streuer drin war.
Das Gesundheitsministerium hat diese Idee angeregt, da die Deutschen sowieso viel zu viel Salz konsumieren. Die Folgen sind klar:
Verstopfte Arterien und Bluthochdruck verursacht in diesem Land größere Schäden als alle Staus zusammen. Mit der Salzspende tut der Mensch somit nicht nur seinem Heimatland, sondern auch sich selber was Gutes.
Der Hauptgrund, warum dieses Wochenende ein Stau droht, ist aber ohnehin ein anderer. Ganze Karawanen von schwarzen Luxuslimousinen dürften sich auf den Weg in die Schweiz oder zum Steuerberater oder zum Privatwohnsitz seines Finanzbeamten bewegen. Sie wollen retten, was noch zu retten ist. Und das alles nur, weil sich Frau Merkel eine CD gekauft hat. Und zwar für schlappe 2,5 Millionen Euro! Kritiker mögen jetzt nörgeln, dass für dieses Geld genug Streusalz für die nächsten vier Winter gekauft werden könne. Aber erstens ist das falsch gerechnet und zweitens will die Kanzlerin ja die CD nicht anhören, sondern eiskalt ausschlachten. 200 Millionen Euro soll reinkommen durch den Deal mit dem Diebesgut. Der Staat setzt durch diese Aktion natürlich ein eindeutiges Zeichen: Illegales Handeln lohnt sich nicht nur, sondern wird von Frau Merkel ausdrücklich gut geheißen. Angeblich gibt es noch eine weitere CD mit Kundendaten. Darauf sind alle Deutschen, die in der Schweiz ein legales Konto haben. Das sind zwar nur acht Personen. Dafür kostet die CD auch nur 3,50 Euro. Mit Ehrlichkeit lässt sich eben kein Geld verdienen.
