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Neuheiten

WM-Auftakt in Südafrika

Kolumne in der Abendzeitung vom 11. Juni 2010

Nie gab es so viel Skepsis und Kritik bei einer bevorstehenden WM. Ob Nordkorea, Irak oder Afghanistan, jedes Land dieser Erde schien für die Ausrichtung einer Weltmeisterschaft geeigneter als Südafrika. Die Fußballfelder dort seien alle viel zu klein und stets in ungesunder Hanglage. Der Elfmeterpunkte viel zu weit weg und die Strafraumgrenzen identisch mit der Mittellinie. Ganz zu schweigen davon, dass die Einwohner alle entweder weiß oder schwarz sind und somit farblich die gesunde Mitte fehlt. Und überhaupt ist Südafrika ganz im Süden von Afrika, was der Deutschen Bahn den Einsatz von Fansonderzügen auch nicht unbedingt schmackhaft macht. Nicht wenige waren fassungslos über das katastrophale Timing der Gastgeber. Mitten im Sommer bricht nämlich am Kap der guten Hoffnung der Winter aus. Gleichzeitig wollte und konnte der südafrikanische Verband nicht einmal die nötige Schneegarantie aufbringen, um wenigstens reibungslose Winterspiele abzuliefern.

Aber jetzt, wo in Deutschland die Bullenhitze in Tateinheit mit 148 Prozent Luftfeuchtigkeit ausgebrochen ist, herrscht auch in Sachen WM-Stimmung eitel Sonnenschein. Die WM wird ein großer Erfolg werden.
Immerhin ist die FIFA der Ausrichter. Ein Verband, der über Recht und Gesetz steht, ist auch in der Lage, alle potenziellen Probleme geräuschlos zu beseitigen. Und mit Blatter hat die FIFA einen lustigen Despoten an der Spitze, der stets für die richtige entspannte Atmosphäre sorgt. Die DFB-Elf wird selbstverständlich weit kommen.
Denn wenn nicht, droht Ärger in der Heimat. Und dafür ist dieser Kader einfach viel zu harmonisch. Und auch zu unberechenbar. Nicht nur für die Gegner. Auch für Löw.