Weltmeister der Herzen - Gewinner-Modus 2014
Kolumne in der Abendzeitung vom 12.Juli 2010
Das Fazit dieser WM kann aus deutscher Sicht nur positiv ausfallen. Die ganze Welt wundert und freut sich über dieses strukturierte Gebilde auf dem Platz, das ein paar Wochen vor dem Turnier nur ein Durcheinander war. Wer als WM-Dritter dennoch als zweitbeste Mannschaft gehandelt wird, kann nicht so viel verkehrt gemacht haben. Das einzige, woran Jogi Löw noch wirklich hart arbeiten muss, ist der Modus. Schon im Halbfinale auf Spanien zu treffen, war taktisch äußerst unglücklich. Da hätte ein bisschen mehr Weitsicht des Bundestrainers sicher nicht geschadet. Aber das kann ja noch werden. Denn seit dem Halbfinalaus wartet die Fachwelt sehnsüchtig auf die EM 2012 und WM 2014, weil Jogis Buben erst dann so richtig eingespielt sind wie die Spanier. Also wird die WM 2010 als erstes Trainingslager für die kommenden Turniere in die DFB-Geschichte eingehen. Und die Spieler fühlen sich mit Recht als die Weltmeister der Herzen. Lahm, Schweinsteiger & Co. sind sozusagen die Schalker von Südafrika. Eigentlich müsste die FIFA ihren ganzen Mut zusammen nehmen und dem DFB die Qualifikation für die EM schenken. Diese Elf ist nämlich Garant für herausragenden Fußball. Solange es nicht gegen Spanien geht.

