Warum der FC Bayern nicht bei Olympia ist
Kolumne in der Abendzeitung vom 2.August 2008
Olympia gehört einfach nach China. Immerhin ist das Reich der Mitte auch das Reich des Dopings. Zumindest ist es das größte Dopinglabor auf diesem Planeten. Dadurch spart man sich schon mal gewaltige Logistikkosten und nervenaufreibende Zollkontrollen. Die Athleten kommen ins Dorf und das Zeug liegt schon als Willkommensgeschenk auf dem Bett. Da kann sich die Führung von Werder und Schalke noch so aufregen - aber irgendwie scheint Olympia einen Reiz zu haben für ihre Spitzenspieler. Wieso ist eigentlich kein Bayern-Spieler auf dem Weg nach Peking? Ganz einfach: Olympia gehört den Amateuren, Hoeneß braucht gestandene Profis. Statt die Spieler dem Stress auszusetzen (Jetlag, kleine Zimmer, unbayerisches Essen) schickt der Uli lieber Adidas hin. Und da zehn Prozent des Klubs dem fränkischen Sportschuhbastler gehören und die Firma quasi Hauptsponsor bei Olympia ist, ist der FC Bayern indirekt großartig vertreten. Bayern will ja keine Goldmedaille, sondern die Champions League. Da haut einen der Olympia-Slogan „Dabei sein ist alles" nicht nach vorne. Und in China war der FC Bayern sowieso erst vor ein paar Tagen. Zumindest ist er auf dem Weg nach Japan drüber geflogen. Die Chinesen wissen also auch ohne Olympia: Bayern kann jederzeit gegen schlechtere Mannschaften gewinnen.
[ 05.08.2008 ]

